TRIZ ist das Akronym (die Abkürzung) für das Russische “Теория решения изобретательских задач” (Teoriya Resheniya Izobretatelskikh Zadatch) und wird im Deutschen "Theorie zur Lösung erfinderischer Probleme" oder "Theorie des erfinderischen Problemlösens" benannt. Es wurde vom sowjetischen Forscher Genrich Altshuller und dessen Kollegen und Schülern, beginnend im Jahre 1946, entwickelt. Verglichen mit anderen psychologischen Methoden zur Kreativitätssteigerung verlangt TRIZ eine bessere Problemanalyse. TRIZ nutzt die Vorteile bereits bestehender Lösungen in anderen Bereichen. TRIZ verlangt Kompromissen auszuweichen und Widersprüche zu suchen und zu lösen.
TRIZ strebt danach, das Problem in Richtung des Idealen Endresultates zu bewegen. Der TRIZ Ansatz unterscheidet sich dabei wesentlich von anderen Problemlösungsmethoden. Für die meisten Probleme gilt, dass bereits viele andere Personen zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Situationen mit einem ähnlichen Problem konfrontiert wurden. Daher verlangt TRIZ ein spezifisches Problem zu einem "Standard-Problem" zu abstrahieren. Im Anschluss werden von TRIZ "Standard-Lösungen" hierzu vorgeschlagen. Damit soll die so genannte "psychologische Trägheit" ausgeschaltet werden. Es werden Denkrichtungen vorgegeben, welche zur besten Lösung des Problems verfolgt werden sollen. Wenn es sich um ein komplett neues Problem handelt, gibt der so genannte ARIZ (der Algorithmus zur Lösung erfinderischer Aufgaben, welcher in einer Schritt-für-Schritt Darstellung den Problemlösungsprozess beschreibt) einen effektiven Weg zur Findung der besten Lösung vor.
Das Lösen bzw. Überwinden von Widersprüchen ohne die Akzeptanz von Kompromissen ist ein Schlüsselelement von TRIZ. In TRIZ werden dabei drei Arten von Widersprüchen definiert:
Administrativer Widerspruch: Eine nicht exakt formulierte Problemstellung bedarf einer erfinderischen Lösung, da alle bestehenden Lösungsansätze unbrauchbare Nachteile mit sich bringen. Beispiel: Die Qualität oder Sicherheit eines Gerätes ist zu verbessern, ohne die Kosten zu erhöhen.
Technischer Widerspruch: Man spricht von klassischen technischen Kompromissen. Die ideale Lösung kann nicht erreicht werden, da sie von irgendetwas im System behindert wird. D.h. wenn ich einen Parameter im System verbessere, führt das dazu, dass sich ein anderer Parameter verschlechtert. Beispiel:
Ein Behälter kann höherem Druck stand halten (positiv). Dadurch vergrößert sich sein Gewicht. (negativ)
Der Bildschirm eines Laptops erscheint heller (positiv), jedoch braucht er dadurch mehr Energie. (negativ)
Die Geschwindigkeit eines Autos erhöht sich (positiv), dadurch entsteht jedoch mehr Lärm. (negativ)
Durch Training werden die Kompetenzen und Fähigkeiten von Mitarbeitern erhöht (positiv), durch die Trainingszeiten sind diese jedoch öfter außer Haus. (negativ)
Physikalischer Widerspruch: Das sind Situationen in welchen ein System widersprüchliche Anforderungen an ein und denselben Parameter hat. Beispiele:
Ein Kochtopf soll an der Innenseite heiß sein um Essen zu kochen. Er soll aber an der Außenseite kalt sein um sich nicht zu verbrennen.
Ein Fahrrad soll möglicht bequem und damit groß sein. Es soll jedoch auch transportabel und damit klein sein.
Kunststoff soll beständig (gegen Säuren, …) sein. Er soll jedoch auch biologisch abbaubar sein.
Eine Laterne soll die Straßen beleuchten. Sie soll jedoch auch keine Lichtverschmutzung verursachen.
Im Falle eines Behälters wird zum Beispiel ein Kompromiss zwischen Druckfestigkeit und Gewicht in Kauf genommen. TRIZ schlägt in diesem Falle vor, das Material des Behälters zu ändern. Oder ein Rad kann klappbar gestaltet werden um dessen Ausmaße zu verringern. Ein weiterer wichtiger Ansatz von TRIZ ist die Unterstützung bei der Erreichung des so genannten Idealen Endresultates. Verschiedene Werkzeuge zur Lösung dieser Widersprüche, zum Entwickeln guter Ideen sowie zur Annäherung an das Ideale Endresultat wurden in TRIZ entwickelt. Die Anwendung von TRIZ in Unternehmen hilft die Effektivität der Ideengenerierung stark zu steigern und ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau eines systematischen Managementsystems für Innovationen.